Donnerstag, 30. Dezember 2010

Die "sobald-Falle"

Fallen gibt es ja so einige im Alltag. Manchmal gerät man hinein, manchmal verstrickt man sich immer tiefer darin, so wie z.B. Gabi sich in der Angst-Falle wie in einem Spinnennetz verfing, manchmal erkennt man sie schon von weitem und schafft es, einen großen Bogen darum zu machen und manchmal merkt man gar nicht, dass man schon wieder in der Falle sitzt.
Eine ganz besonders tückische Falle ist die "sobald"- Falle.
Bestimmt ist sie jedem von euch schon mal begegnet, vielleicht seid ihr auch selbst schon hineingeraten in diese Falle. Sie kommt ganz harmlos daher. Oft verbunden mit einem guten Vorsatz.
Und da es in diesem Tagen von guten Vorsätzen ja nur so wimmelt, schien es mir passend, euch die "sobald"-Falle etwas genauer vorzustellen.

Kennt ihr das?

"Sobald ich etwas abgenommen haben, werde ich mir einen schönen Badeanzug kaufen und wieder regelmäßig schwimmen gehen."

Eigentlich kein schlechter Vorsatz. Etwas Hübsches kaufen und regelmäßig Sport treiben. Wäre da nicht die "sobald-Falle".

"Sobald ich diesen Prüfungsstress hinter mir habe, höre ich auf,  meinen Körper mit ungesunden Dingen vollzustopfen."

Und was mache ich, wenn nach dem Prüfungsstress der nächste Stress wartet?

"Sobald meine Kinder in die Schule kommen, fange ich an ein Buch zu schreiben."

Und wenn nach den Kindern die Eltern zu Pflegefällen werden, der Chef Mehrarbeit verlangt oder der Ehepartner arbeitslos wird? Wird das Buch dann niemals geschrieben?

Ich wette mit euch, dass jedem von euch noch einige dieser "sobald" - Sätze einfallen.
Ich weiß, ich klinge jetzt wie ein Wanderprediger, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich diese "sobald-Falle" immer wieder davon abhält, Dinge zu tun, die ich eigentlich gerne tun möchte. Sie bringt mich dazu, Wünsche auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, statt sie mir zu erfüllen. Manchmal bringt sie mich sogar dazu, Wünsche auf Nimmerwiedersehen zu verschieben, weil ich mir ein sobald voranstelle, von dem ich eigentlich weiß, dass es vermutlich mein ganzes Leben lang nicht zu erreichen ist.

Seit ich für mich diese Falle erkannt habe, versuche ich sie zu vermeiden.
Warum nicht jetzt sofort mit etwas anfangen und sei es auch nur in kleinen Schritten? Auf diese Weise habe ich vor einigen Jahren mit dem Schreiben angefangen. Manchmal hatte ich nur wenige Minuten pro Tag Zeit, später dann vielleicht eine Stunde, irgendwann wurde es dann langsam mehr.
Aber von dem Tag an, an dem ich wenige Minuten pro Tag dem Schreiben gewidmet habe, war ich glücklicher. Weil ich endlich das getan habe, von dem ich vorher schon jahrelang geträumt hatte. Wäre ich in der "sobald"-Falle geblieben und hätte gewartet, bis ich zeitlich und finanziell in der Lage bin, mich rund um die Uhr dem Schreiben zu widmen, hätte ich vermutlich bis heute noch keinen einzigen Satz geschrieben.

Egal wovon ihr träumt. Ob ihr vom Schreiben träumt oder vom Musizieren, von einer Sportart, die ihr schon immer lernen wolltet oder davon, nur noch vegetarisch zu leben, ganz egal - fangt einfach damit an. Jetzt. Und nicht erst, sobald ihr ... na ihr wisst schon was gemacht habt.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Start ins Neue Jahr!

Dienstag, 28. Dezember 2010

Von Kerlen und anderen Monstern

Bevor das Jahr zu Ende geht, will ich euch schnell noch zwei weitere Bücherkinder aus meiner Schreibwerkstatt vorstellen, die im neuen Jahr das Licht der Welt erblicken sollen.
Die Buchstabenkerle und die Zahlenmonster.

Die Buchstabenkerle:

Die Buchstaben haben sich aus dem Staub gemacht und in der Stadt alles durcheinandergebracht! Jetzt müssen die drei Buchstabenkerle schnell für Ordnung sorgen. Mit ihnen entdecken Kinder ab 3 Jahren in diesem bunten Pappbilderbuch die Buchstaben und lernen, diese zu benennen. Durch eine lustige Geschichte in Reimform zum Zuhören und Mitsprechen macht das Abc gleich doppelt Spaß! Der besondere Clou: Die an einem Band befestigte Spielfigur kann auf jeder Doppelseite in die jeweilige Szene eingesteckt werden. Dies fördert die intensive Beschäftigung mit dem Buch und schult Konzentration und Motorik. 



Die Zahlenmonster:

Die Zahlenmonster kugeln und turnen durch das Zahlenland. Mit ihnen entdecken Kinder ab 3 Jahren in diesem bunten Pappbilderbuch die Zahlen von 1 bis 10 und lernen, diese zu benennen. Durch eine lustige Monstergeschichte in Reimform zum Zuhören und Mitsprechen macht das Zählen gleich doppelt Spaß! Der besondere Clou: Die an einem Band befestigte Monster-Spielfigur kann auf jeder Doppelseite in die jeweilige Szene eingesteckt werden. Dies fördert die intensive Beschäftigung mit dem Buch und schult Konzentration und Motorik.


Beide Bücher erscheinen am 1. März im Duden-Verlag und ich freue mich ganz besonders über die schönen Illustrationen von Fariba Gholizadeh, die meinen Kerlen und Monstern so wunderbare Gesichter gegeben hat.

Montag, 27. Dezember 2010

Sie ist wieder da

... und ich freue mich riesig darüber: Frau Zappadong.
Zwar ohne Raumpflegerin und Köchin, dafür aber mit ihrem geliebten Türsteher und sogar einer eigenen Platte.
Wer mir nicht glaubt, guckt am besten selbst nach. Der Panikraum ist wieder besetzt: http://zappadong.blogspot.com/2010/12/position-84.html

Sonntag, 26. Dezember 2010

Rauhnächte

Rauhnächte oder Rauchnächte, so nannte man die 12 Nächte vom 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag) bis zum 6. Januar (Dreikönige).
Diese Tage sind eine Übergangszeit, aus der auch unsere heutige Bezeichnung "zwischen den Jahren" kommt, eine Zeit, in der die Hausgeister besonders aktiv sein sollen, allerlei mystische Gestalten ihr Unwesen treiben und die Türen zwischen den Welten offen stehen.
In Böhmen warf man der tobenden Windsbraut zur Beruhigung Äpfel und Nüsse in den Ofen, Ratten soll man in diesen Tagen nicht beim Namen nennen und überhaupt fremden Tieren aus dem Weg gehen, weil man nie weiß, ob es sich nicht vielleicht doch um böse Geister handelt. Um sich vor ihnen zu schützen, wurde in den Rau(ch)nächten häufig das Haus mit allerlei Kräutern geräuchert, das reinigt die Luft und vertreibt alles Schlechte.

Die Rauhnächte sollen sich besonders gut eignen, um Orakel zu befragen, was die Zukunft wohl bringen mag.
Eine beliebte Methode ist es, an den 12 Tagen vom 25. 12. bis zum 6. 1. je eine Tarotkarte zu ziehen und diese Karten dann den kommenden 12 Monaten im neuen Jahr zuzuordnen. Ich praktiziere dieses Kartenlegen seit einigen Jahren und es macht immer wieder viel Spaß, dann im Laufe des Jahres zu Beginn eines jeden Monats nachzuschauen, was mir die Karten seinerzeit in den Rauhnächte prophezeit haben.



Von solchen Hexentätigkeiten abgesehen, sollte man sich in den Rauhnächten still und ruhig verhalten und vor allem nichts Unnötiges arbeiten. Anderenfalls läuft man Gefahr, sich Kröten, Frösche oder gar Läuse ins Haus zu holen und wer will das schon?
Noch heute ist es in vielen ländlichen Gegenden verboten, in den Rauhnächten Wäschestücke draußen oder auf dem Speicher aufzuhängen, da sich hier sonst böse Krankheiten niederlassen und auf den Eigentümer der Wäsche übertragen könnten.
Viele andere Tätigkeiten waren in dieser Zeit ebenfalls verboten: Spinnen, nähen, dreschen, klöppeln, sich die Füße waschen oder die Haare schneiden und noch einiges mehr.
Wer also auf Nummer sicher gehen will, der sollte es sich wirklich einfach nur gemütlich machen auf dem Sofa, ein gutes Buch lesen, Musik hören und eventuell die Karten für das nächste Jahr befragen.
Und ab und zu ein kleines Opfer in Form von Äpfeln oder Keksen für die Kobolde in den Garten oder aufs Dach zu legen, kann sicher nichts schaden.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Erwischt

Da wollte ich noch schnell die letzten Weihnachtseinkäufe erledigen, einen letzten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken und wurde prompt erwischt.
Dieses Foto befand sich heute in der Frankfurter Rundschau ;-)

(c) Rolf Oeser

Wir haben die kleine Disco-Kugel, die meinen Sohn hier so fasziniert, erstanden und wollen sie morgen an unseren Weihnachtsbaum hängen.

Hinter mir liegt ein turbulentes Jahr.
Es gab einige Tiefen, aber auch zahlreiche Höhen und unterm Strich war es wohl das, was man Leben nennt. Ein Freund bat mich heute per Mail, in all dem Trubel nicht den Blick auf die kleinen schönen Momente des Lebens zu verlieren, die ja trotz allem immer wieder da sind.

Und  genau das möchte ich euch auch bitten. Egal wie hoch oder auch wie tief euch euer Leben gerade schleudert, versucht ab und zu innezuhalten und den Augenblick zu genießen: Das schöne Buch, das Glas Wein, das Stück Schokolade, den Windhauch, den Sonnenstrahl im Gesicht, den kleinen Käfer vor euren Füßen, das Lächeln eures Kindes oder das Lachen irgendeines Menschen.
Betrachtet mal wieder die ganz kleinen Dinge. Morgen soll es wieder schneien. Schaut euch mal wieder eine einzige Schneeflocke an, wenn sie auf eure Hand fällt und schmilzt, versucht mal wieder, eine Flocke mit der Zunge zu fangen, stellt Gläser mit Kerzen in den Schnee und freut euch an deren Glanz.

Und vor allem - habt

Schöne Weihnachten, eine wunderbare Zeit
und bleibt, wie ihr seid.

Montag, 20. Dezember 2010

Nach dem Buch ist vor dem Buch ...

... und deshalb sitze ich auch schon wieder am Schreibtisch, richtigerweise am Küchentisch.
Ein neues Projekt, vertraglich bereits unter Dach und Fach, wartet auf mich und ich freue mich aufs Schreiben.
Hier hat ja jeder so seine eigenen Methoden, ich habe auch schon ab und zu davon erzählt.
Es gibt die Plotter und die sogenannten Bauchschreiber.
Ich gehöre ganz eindeutig zur Fraktion der Plotter, d.h. bevor ich auch nur den ersten Satz schreibe, habe ich meine Geschichte von vorne bis hinten kennengelernt, die Figuren stehen fest, die Lebensläufe meiner Protas stehen und das spätere Buch ist sogar schon in Kapitel aufgeteilt.

Das klingt zunächst sehr handwerklich und weniger kreativ. Ich denke aber, ohne Kreativität schreibt sich keine einzige Geschichte, der Unterschied liegt mehr in der zeitlichen Planung. Während andere ihren Figuren während des Schreibens folgen und sich während des Schreibens von der Richtung und den Wendungen der Geschichte überraschen lassen, mache ich das schon vorher. Tage- manchmal wochenlang trage ich meine Geschichte mit mir herum und arbeite am Plot.

Für mich hat diese Vorgehensweise den Vorteil, dass ich mich dann ganz in Ruhe auf Verlagssuche machen kann und dann, wenn ein Verlag gefunden ist, sofort mit dem eigentlichen Schreiben beginnen kann. Ich kann auf diese Weise auch sehr viel besser abschätzen, wieviel Zeit ich in etwa für das Schreiben noch brauchen werde, wobei natürlich auch eine vorab durchgeplottete Geschichte immer wieder für Überraschungen sorgen und den ganzen wunderbaren Zeitplan über den Haufen werfen kann.

Auf jeden Fall ist es immer wieder spannend, den ersten Satz eines neuen ersten Kapitels eines ganz neuen Buches zu schreiben. Und jetzt gehe ich genau diesen Satz suchen!

Freitag, 17. Dezember 2010

Bastelzeit

Inspiriert durch die vielen schönen Beiträge von Rabenblut und auch ein bisschen zur Belohnung für viele viele Schreibstunden habe ich mir in dieser Woche etwas gegönnt: Einen Klavierstimmer!
Unser uraltes Klavier klingt jetzt wieder wie neu und ich habe festgestellt, dass meine arg eingerosteten Fähigkeiten doch immerhin noch für ein paar fröhliche Weihnachtslieder und Winterstücke reichen. Das Musizieren tut meiner Seele gut und ich bin unglaublich froh, das endlich wieder angepackt zu haben.

Beim Aufräumen rund um das Klavier fielen mir auch ein paar alte, kaputte Notenblätter vor die Füße und auf einmal wusste ich, was ich mit ihnen machen möchte.
Ich habe mir vor ein paar Tagen in einem Flohmarktladen sechs herrliche silberne Kelche gekauft, die ich für meine Hyazinthen-Zwiebeln verwenden wollte. Was mit aber dazu nicht gefallen hat, waren die üblichen Glitzer-Hyazinthen-Hütchen aus bunter Folie. Jetzt haben meine Hyanzinthen die passenden Hütchen auf dem Kopf und verschönern immer paarweise unser Weihnachtszimmer.



Im gleichen Laden entdeckte ich dann noch die absolut richtigen Likörgläschen für meinen Holunderlikör.
Jetzt kann Weihnachten endlich kommen - und mein Buch hoffentlich auch bald.



Denn einen Trailer habe ich für den Holundermond auch gebastelt. Ich wünsche euch viel Spaß damit und bedanke mich in diesem Zusammenhang ganz herzlich bei meinem Freund Emanuel Boresch, der für mich viele viele Fotos in der Kartause Mauerbach - dem Handlungsort meines Romans - gemacht hat.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Holundermond

Ich freue mich riesig, euch heute endlich meinen Roman Holundermond (ab 10 Jahre) vorstellen zu dürfen.






Der Roman erscheint im neuen Frühjahrsprogramm im Coppenrath-Verlag.

Weil mir im Moment völlig die Worte fehlen (ich hoffe aus Autorensicht, das bleibt kein Dauerzustand) bitte ich euch einfach einmal, die Programmvorschau meines Verlags zu öffnen und ein wenig zu blättern: http://www.coppenrath.de/livebooks/FJ2011/KinderJugendFJ2011/KinderJugendFJ2011/

Mehr über den Holundermond gibt es ab sofort auch auf der Homepage http://www.holundermond.de/
sowie in dem von mir neu eingerichteten Weblog zum Buch.

Im Moment bin ich einfach nur aufgeregt, zappelig, ein bisschen nervös und voller Vorfreude.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Mit große Augen ...

... öffne ich derzeit jeden Tag den Briefkasten und staune.
Ich bekomme fast täglich hübsche Weihnachtskarten, liebevolle Weihnachtsbriefe, kleine Weihnachtspäckchen und viele viele liebe Worte und herzliche Wünsche aus allen Teilen meiner "Netz-Welt". Nie werde ich es schaffen, mich noch vor Weihnachten bei jedem einzelnen von euch zu bedanken. Deshalb will ich wenigstens hier aufschreiben, wie sehr ich mich über jedes einzelne Fitzelchen Papier von euch in meinem Briefkasten freue!
Liebe Hausfrau Hanna, danke für die wunderschöne Engelkarte! Liebe WortSchmid, herzlichen Dank für die schöne Weihnachtskarte und vor allem für das kleine Herz! Es bekommt einen Ehrenplatz am Weihnachtsbaum.
Liebe Birgit Ebbert, vielen Dank für das schokoladige Wellnesspäckchen! Und allen anderen, die ich hier jetzt noch nicht erwähnt habe, ein ebenso glückliches Dankeschön.
Manchmal hab ich mich inmitten der virtuellen Welt recht einsam gefühlt. Gerade jetzt darf ich wieder erfahren, wie real auch die Freunde da draußen sein können. Sie sind ein bissl weiter weg, aber sie sind da. Schön ist das! Danke dafür!

Freitag, 10. Dezember 2010

Was lange währt ...

... wird manchmal tatsächlich noch ein Buch.

Ich freue mich sehr, euch hier und heute eine kleine Neuerscheinung von mir ankündigen zu dürfen:

Klarer Fall für Anna Blum! (1. Klasse)

Anna Blum hat eine witzige Vorgeschichte.
Eigentlich ist sie nämlich nur enstanden, weil ich meiner Freundin Anna Marx aus der Schweiz eine Geschichte schreiben wollte. Ich bat sie, ihren Namen verwenden zu dürfen und sie sagte JA.

Die Geschichte wurde ein Erstleser und Duden hat sie gefallen.
Die kleine Anna Marx, die so gerne Detektivin werden möchte, bekam einen Vertrag und eine tolle Illustratorin.
Es gab nur ein kleines Problem:
Die zuständige Lektorin fand heraus, dass es bereits eine Protagonistin namens Anna Marx gibt. Witzigerweise ist sie eine Detektivin in einer Krimi-Serie für Erwachsene.
Das hatte ich nicht gewusst.
Ich fand es zwar lustig, dass meine kleine Anna Marx offensichtlich später tatsächlich eine große Detektivin wurde, trotzdem wurde ich seitens des Verlags gebeten, Anna umzubenennen. So wurde aus Anna Marx eine Anna Blum. Genauso frech, genauso selbstbewusst und genauso schlau.

Und wer wissen möchte, wie so ein Lesedetektiv vom Duden Verlag aussieht, der muss ein bisschen Zeit investieren. Viel Spaß!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

15 Fragen an ...

Hubert Schirneck






Hubert Schirneck wurde in Gera geboren und lebt heute als freier Autor in Weimar. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist lang,  die seiner Auszeichnungen ebenfalls. Und es ist typisch für Hubert, dass er dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis auf seiner Homepage den gleichen Platz einräumt, wie einem zweiten Platz beim Balkonwettbewerb der Weimarer Wohnstätte. Mehr über seine Arbeit und seine Veröffentlichungen erfahrt ihr unter: http://www.schirneck.de/

Ich freue mich sehr, dass Hubert sich heute meinen 15 Fragen für den Monat Dezember gestellt hat.

Viel Spaß mit dem Interview!

1. Lieber Hubert, von welchem Beruf hat der achtjährige Hubert einmal geträumt?

Ich kann mich nicht erinnern; das ist ja doch schon eine kleine Weile her. Aber da mein Vater Bergmann war, nehme ich stark an, dass ich auch Bergmann werden wollte. Er fuhr sogar eine E-Lok untertage. Na, wenn das ein Junge nicht auch machen will ...
Scheiß auf die radioaktive Strahlung ...

2. Wann hast du den Spaß und die Lust am Schreiben entdeckt?

Relativ spät, erst als Jugendlicher. Ich glaube, ich bin durch Hermann Hesse zum Schreiben gekommen.

3. Wie wichtig waren Bücher in deiner Kindheit für dich?

Die positiven Aspekte meiner Kindheit waren das intensive Erleben der Natur und das Bücherlesen. Wir haben zu siebt auf sehr engem Raum gelebt. Da war das Lesen eine Möglichkeit, sich in eine eigene Welt zurückzuziehen. Gleichzeitig habe ich aber auch Bücher zusammen mit meinen bis zu sechs Jahren älteren Geschwistern gelesen. Das hat mir natürlich nicht geschadet. Ich glaube, ich konnte eher lesen als gehen.

4. Hast du heute ein Vorbild in der Literatur?

Vorbild natürlich nicht. Das würde einen ja zum Epigonen machen. Aber im Ernst: Es gibt ein paar Autoren, die vor Einfällen sprühen und sehr witzig schreiben können.
Der Meister aller Klassen ist da für mich Douglas Adams.

5. Du schreibst sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Welche Zielgruppe reizt dich mehr?

Am meisten interessiert mich, wie Erwachsene auf meine Kindergeschichten reagieren.

6. Du schreibst viele Geschichten für Radio Ohrenbär. Wenn du dir einen Sprecher aussuchen könntest, wer wäre dein Favorit?

Wünsche kann ich natürlich immer äußern, was den Sprecher betrifft. Manchmal klappt es, manchmal klappt es wegen Terminproblemen nicht. Es ist natürlich schon schön, seine Geschichten aus dem Mund von Otto Sander zu hören. Eine Sprecherstimme, die mir auch ausnehmend gut gefällt, ist die von Joachim Kerzel.Er ist unter anderem die deutsche Stimme von Dustin Hoffmann. Seine Stimme ist wie ein Haus, in das man einziehen kann.

7. Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten und deine Bücher?

Ideen sind für mich das Wichtigste beim Schreiben. Es gibt ja eine Menge furchtbarer Bücher, denen man anmerkt, dass dem Autor eigentlich nichts eingefallen ist, und man fragt sich, warum er trotzdem soviel Papier mit Nichts gefüllt hat.
Ideen zu haben, ist das eigentliche Schreibtalent, und das ist nicht weit gestreut. Ich suche die Ideen eigentlich nicht. Ich warte auf sie. Aber auch das kann man trainieren. Man muss nur für alles Mögliche offen sein.

8. Gibt es einen Ort, an dem du dich am liebsten aufhältst, dir die besten Ideen kommen und du vielleicht sogar am besten schreiben kannst?

Eigentlich gibt es diesen Ort. Er liegt am Rande Weimars, in einem Schlosspark. Ich kann auch ganz gut im Zug schreiben (außer wenn er überfüllt ist). Aber im Freien ist es schon am besten. Manchmal, wenn ich feststecke, gehe ich in meinen Mehrzweckwald und dann läuft es sofort wieder.

9. Wie sieht eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag bei dem Autor Hubert Schirneck aus?

Es gibt keinen normalen Arbeitstag. Ich bin jetzt seit fünfzehn Jahren freiberuflich, und ich genieße es immer noch, mich morgens nicht vom Wecker in den Tag prügeln lassen zu müssen. Wenn ich intensiv an einem Text arbeite, dann gibt es keinen Feierabend. Ich schreibe manchmal mehrere tausend Wörter am Tag. Und wenn ich fertig bin, lasse ich es für eine Weile ruhig angehen.

10. Wenn ich jetzt sofort einen Blick auf den Schreibtisch von Hubert Schirneck werfen könnte, was würde ich dort sehen?

Viele lose Blätter mit Notizen und eine Wasserflasche aus Glas.

11. Wie lange brauchst du von der Idee bis zum fertigen Buch?

Zwischen vier Wochen und drei Jahren, würde ich sagen.

12. Was ist dein innerer Motor beim Schreiben? Was treibt dich an, immer wieder eine neue Geschichte aufs Papier/den Monitor zu bringen?

Alles, was ich tue, entspringt dem Wunsch, frei zu sein. Das mag seltsam klingen, aber das Erfinden von Geschichten ist für mich eigentlich der Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Ich bin in einer Diktatur und in Unfreiheit aufgewachsen. Das ist meine entscheidende Prägung.

13. Apropos Papier. Wie schreibst du? Mit dem Stift in der Hand oder gleich am Rechner?

Meistens schreibe ich zuerst mit der Hand (Fineliner).

14. Welchen Rat würdest du jungen Menschen geben, die gerne schreiben oder sogar davon träumen, Autor zu werden?

Ich würde sagen, dass immer der Spaß am Schreiben im Vordergrund stehen muss, und nicht irgendeine praktische Absicht. Es träumen viele davon, Autor zu werden, aber ich bin der sehr altmodischen Ansicht, dass jeder ein spezielles Talent hat, dem er im Leben folgen sollte. Bei dem einen ist es die Kunst, bei dem anderen vielleicht das Tischlern. Das eine ist so gut wie das andere. Wer wirklich Autor werden will, muss in jungen Jahren bestrebt sein, fachkundige Kritik zu bekommen. Das ist nicht leicht.

15. An welchem Projekt arbeitest du aktuell? Was können wir demnächst von dir lesen?

Ich arbeite an einem Roman für Erwachsene. Man kann ihn bei Amazon übrigens schon vorbestellen. Er heißt "Smiling Death oder Die Kunst, lächelnd von einem Tisch aufzustehen", und ich kann versprechen, dass er ziemlich unterhaltsam ist.
Erwähnte ich schon, dass man das Buch bei Amazon schon vorbestellen kann? Nein?
Dann möchte ich das gerne nachholen: Man kann das bei Amazon schon vorbestellen. Oh, Verzeihung, wir wollen ja hier keine Schleichwerbung machen: Man kann das Buch natürlich auch bei buecher.de etc. und in jeder Buchhandlung vorbestellen.

Vielen Dank, lieber Hubert, für das Interview und weiterhin viel Spaß beim Schreiben!

Gern geschehen und gleichfalls.

Hier noch der obligatorische Steckbrief von Hubert Schirneck:

1. Was ich gerne mag: Menschen mit einem offenen, freundlichen Wesen.
2. Was ich nicht mag: Langweilige Bücher
3. Wovon ich träume: Ich träume von dem Tag, an dem wir aufhören die Erde zu verwüsten. Der Tag wird vermutlich nicht kommen, solange wir noch existieren, weil wir nun einmal unbelehrbare Idioten sind. Und wir werden von Leuten regiert, die unter einem eklatanten Mangel an Phantasie leiden, auf den sie auch noch stolz sind.

4. Lieblingsbuch: Da nenne ich mal zwei: Per Anhalter durch die Galaxis und Die 13 1/2 Leben des Käpt`n Blaubär
5. Lieblingsplatz: Letzte Reihe, Mitte
6. Lieblingstier: Jeder Hund, der mich beim Joggen im Wald nicht anfällt.

7. Lieblingsfrage: Hast du Lust, in meinem schönen großen Haus auf den Malediven zu überwintern?

Mein Motto: Man kann nicht in der Vergangenheit leben.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Kleine Blume Hoffnung

Ich habe sie heute morgen in meinem Vorgarten entdeckt. Die kleine Blume mitten im Schnee, die sich so tapfer durchsetzt und trotz aller Widrigkeiten wunderschön blüht.


Ich widme sie allen lieben Freunden da draußen.
So viele von euch haben im Moment so schwere Päckchen zu tragen.
Ich denke an euch und wünsche euch die Zuversicht dieser kleinen Blume. Egal wie sehr der Wind oder Schnee euch ins Gesicht weht, der nächste Frühling kommt schon bald.

Samstag, 4. Dezember 2010

Zappel

Ja, ich sollte nicht hier sein (André guck weg!), sollte die Füße hochlegen und mir Gutes tun.
Aber ich freu mich so und diese Freude muss ich jetzt einfach mal mit euch teilen. Seit gestern kenne ich mein endgültiges Cover für meinen Roman, ich habe die Programmvorschau des Verlags gesehen und bin hin und weg.
Leider ist die Vorschau noch nicht offiziell, so dass ihr euch noch ein wenig gedulden müsst, aber schon in ein paar Tagen kann ich euch mehr erzählen und auch zeigen.

In der Zwischenzeit schreibe ich weiter an meinem Krimi, den ich hier ja schon einmal angekündigt hatte, und der auch bald das Licht der Welt erblicken soll. Einen Werkstattbericht dazu gibt es auch demnächst in diesem Blog.

Jetzt gehe ich wieder brav zurück auf mein Sofa, lege die Füße hoch und tauche in das ein, was man allgemein "das Leben" nennt.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Tempo drosseln

Ihr Lieben,
ich bin immer noch dabei, das Tempo zu drosseln.
In diesem Jahr gibt es deshalb erstmals keinen Adventskalender von mir. Weder hier noch in anderen Blogs. Ich finde es schade, weil mir die Kalenderbastelei immer sehr viel Spaß gemacht hat, aber sie ist eben auch sehr aufwendig.
Zwei tolle Autorenadventskalender findet ihr dafür bei meinen Kolleginnen Monika Felten und Petra A. Bauer. Einfach dort vorbeischauen und mitlesen, es gibt auch jede Menge toller Bücher zu gewinnnen.

Nachdem mir ein reizender Kollege heute schon Schläge angedroht hat für den Fall, dass ich meine diversen Blog- und Internettätigkeiten nicht endlich runterfahre bzw. ganz einstelle, und statt dessen auf mich selbst achte, habe ich mich (brav wie ich bin) entschlossen, meinen Brigitte-Blog schweren Herzens aufzugeben. Der Kollege hat ja recht und manchmal brauche ich ein bisschen Druck, um Dinge einzusehen.

Vom Druck zu den Druckfahnen sind es nur ein paar Buchstaben.
Die liegen eben vor mir und wollen durchgesehen werden und ich bin unglaublich fasziniert von dieser Arbeit. Immer wieder frage ich mich, ob all diese Seiten wirklich von mir geschrieben worden sind. Wahnsinn. Aber auch anstrengend. Und deshalb ist es gut, Kollegen und Kolleginnen zu haben, die ein bisschen auf mich aufpassen ;-)